Leserstimmen zu meinem Buch „Zorniger“

AMAZON-Bewertungen:

J.R.

5,0 von 5 Sternen Packende Erzählung
Bewertet in Deutschland am 24. Februar 2025
Eine packende Erzählung mit Tiefgang. Ab S. 1 eingesogen von den Worten. Poetisch, tragisch und gleichzeitig unterhaltsam. Lohnt sich.

Samson
5,0 von 5 Sternen Eva Försters Erzählung „Zorniger“ hat mich sehr bewegt.

Bewertet in Deutschland am 21. Februar 2025
„Der Versuch eines Vaters, den unerwarteten Herztod seiner zwanzigjährigen Tochter in einer psychiatrischen Klinik zu verstehen, nachzuvollziehen und zu verarbeiten, nahm mich von der ersten Seite an mit. Glaubhaft dargestellt ist die anfängliche Schockstarre des Vaters, der Versuch, seinen Kummer mit Alkohol zu betäuben, zunächst das Abkapseln von der Umwelt, dann die Suche nach Hilfe bei Freunden und Vertrauten.
Wie für den Protagonisten war auch für mich als Leserin der Begriff „Broken-Heart-Syndrom“ neu, und zusammen mit ihm konnte ich mich dem Schicksal seiner Tochter immer mehr nähern. Ihr Handy, Tagebucheinträge, Gespräche mit einer Mitpatientin und einer besten Freundin halfen dabei.
Und immer wieder die Verzweiflung, die Trauer, das schlechte Gewissen des Vaters und die Frage nach der eigenen (Mit-)Schuld an diesem sinnlosen Tod.
Beeindruckend, wie die Autorin so große Gefühle in einer klaren, unaufgeregten Sprache schildern kann, nichts wirkt übertrieben oder gar schwülstig. Es bleibt genügend Raum für die Empfindung und Fantasie des Lesers. Der Spannungsbogen trägt von der ersten bis zur letzten Seite.
Das Buch ließ mich sehr nachdenklich zurück. Von mir eine absolute Leseempfehlung.“ Karin Minet

petra25

5,0 von 5 Sternen Sehr berührend
Bewertet in Deutschland am 1. März 2025

Es ist ein sehr schwieriges Thema, dem sich die Autorin in diesem Büchlein widmet. Ein Mann verliert seine Ehefrau an Krebs, obwohl es so aussah, als wenn sie ihn besiegt hätte. Er versinkt in Traurigkeit, trinkt viel zu viel und vergisst dabei auch seine zwanzigjährige Tochter, die studiert und sich plötzlich selbst in die Psychiatrie einweisen lässt. Auch das weckt diesen Mann nicht aus seiner Lethargie. Er glaubt an die Ärzte, die seiner Tochter schon helfen werden, denn als Grund nimmt er die Trauer um den Tod ihrer Mutter an

Wolfgang Mühlberger – in der Geschichte Mühlberger genannt- hat Galina, seine Haushalthilfe zur Seite, die Pflegerin seiner Frau war und nach deren Tod vor 3 Jahren, sich weiter um seinen Haushalt kümmert. Sie ist ein herzensguter Mensch, der sich bemüht, Mühlberger aus seiner Lethargie zu befreien und sogar darauf achtet, dass er regelmäßig isst. Sonst lebt er nun allein im Haus, das die Familie zu DDR Zeiten bezogen hat. Seine 20jährige Tochter Nathalie studiert und lebt in einer eigenen Wohnung.

Plötzlich kommt ein Anruf vom behandelnden Arzt seiner Tochter, der ihn mitteilt, dass seine Tochter tot aufgefunden wurde. Es ist ein Rätsel, woran sie gestorben ist, denn körperlich ist sie gesund gewesen…Vermutet wird ein Brocken Heart Syndrom, aber wodurch ausgelöst, bleibt erst einmal ein Rätsel.

Xaver sein Freund versucht ihn zu trösten und regt ihn an, auf Spurensuche zu gehen… So beginnt er nachzufragen und erfährt von Stationsschwestern und Mitpatienten, dass seine Tochter Besuch von einem älteren Mann in der Klinik erhalten hat…Wer war dieser Mann und trägt er Schuld am Tod von Nathalie?

Mühlberger findet in der Wohnung seiner Tochter ihr Tagebuch und ihr Handy. Wird er Antworten auf seine Frage nach der Ursache des Todes von seiner Tochter bekommen? Die Spur führt zurück in die achtziger Jahre, als er an der Humboldt Universität gelehrt hatte. Welche tragische Wendung diese Geschichte noch bringt, könnt ihr in diesem Buch lesen.

Mich hat diese Geschichte sehr berührt. Die Charaktere der Figuren sind gut herausgearbeitet. Ich habe voller Spannung und Mitgefühl mit dem Vater mit gefiebert, welche Gründe er aufdecken wird. Natürlich ist es traurig und für mich nicht nachvollziehbar, warum er zu seiner Tochter nach dem Tod seiner Frau kaum noch Kontakt hatte. und ja ich bin auch zu dem Schluss gekommen, dass er sich dadurch auch mitschuldig am Tod seines Kindes gemacht hat. Der Schluss dieser Geschichte ist so unvorstellbar und nimmt einem beim Lesen fast den Atem. Aber lest selber – dann erfahrt ihr auch, warum das Buch den Titel „Zorniger“ trägt.

Detlef Knut – Der Krimi und mehr Blog

4,0 von 5 Sternen Die Suche nach Schuld bei den anderen
Bewertet in Deutschland am 14. Februar 2025
Dieser Roman von Eva Förster ist eine etwas 130 Seiten lange Erzählung über Schicksale im Leben und den Lauf der Dinge.

Die ersten Schicksalsschläge im Leben des Wolfgang Mühlberger werden den Lesern gleich zu Beginn präsentiert, so dass nur noch die Frage übrig bleibt: Wie wird dieser Mann damit umgehen können?

Zunächst starb vor wenigen Jahren Mühlbergs Frau Franziska. Sie hatte Krebs. Alleine seine Frau zu verlieren war für ihn ein schwerer Schlag. Ein Schlag, bei dem er offenbar seine Tochter Nathalie, die Anfang Zwanzig ist, alleingelassen hatte.

Nathalie hatte sich letztendlich vor Kurzem selbst in die Psychiatrische Klinik einweisen lassen. Sie litt zu sehr an Depression. Dann kommt der Anruf aus der Psychiatrie und er wird informiert, dass seine Tochter in der letzten Nacht verstorben ist. Der Arzt bittet um Mühlbergers Erlaubnis, die Leiche von Nathalie obduzieren zu dürfen. Er wolle der Ursache für den plötzlichen Herzstillstand auf den Grund gehen und redet etwas von Broken-Heart-Syndrom.

Mühlberger denkt sich, dass doch dann jemand Schuld an dem Tod seiner Tochter haben muss. Er fragt: Wer trägt die Schuld an Nathalies Tod? Er versucht den Tod seiner Tochter zu rekonstruieren und Erklärungen zu finden. Er fährt in ihre Wohnung, durchforstet ihr Handy, liest Tagebucheinträge, trifft sich mit ihrer besten Freundin. An seiner Seite wird von einem Freund begleitet.

Erst jetzt lernt er seine Tochter ganz neu kennen. Er muss sich eingestehen, dass er nichts, aber auch gar nichts über seine Tochter wusste, dass er so gut wie nicht an ihrem Leben teilgenommen hatte.

Ebenso trifft er bei seiner Recherche im Leben seiner Tochter auf einen alten Studienkollegen von der Humboldt-Uni. Noch zu Zeiten der DDR hatten beide einen Auseinandersetzung, die dazu führte, dass seinem Kommilitonen die Karriere verbaut wurde.

Die Vergangenheit hat Mühlberger eingeholt und verdrängte Gefühle gelangen wieder an die Oberfläche. Doch was hat die alte Geschichte mit dem Tod seiner Tochter zu tun?

Eva Förster hat in dieser Erzählung die Schicksalsschläge im Leben eines Mannes zusammengebracht, der das Alte längst vergessen hatte. Zielstrebig für sie den Leser immer weiter zu der Frage, was da tatsächlich vorgefallen sein könnte. Neue Erkenntnisse führen zunächste zu Überraschungen und enden schließlich mit einer Wendung und einer Auflösung, die nicht gerade ein Happy End darstellt, aber doch plausibel als Abschluss hingenommen werden kann.

Bis auf Wolfgang Mühlberger sind die Figuren nicht mit allzuviel Tiefe ausgestattet. Sie sind funktional und nachvollziehbar in ihren Handlungen und Reaktionen.

Die Dialoge werden sparsam eingesetzt, schließlich spielt sich aber auch viel im Kopf des Protagonisten ab . Unendlich lange Gespräche werden die Leser suchen müssen. Mich hat es aber auch nicht gestört.

Mir hat die einfühlsame Geschichte gefallen und die sich entwickelnden Fragestellungern waren für mich spannend genug, um weiterzulesen, damit sie mir beantwortet wurden. Es ist mitnichten ein Kriminalroman, was auch niemand behauptet hat, und dennoch wird der Schuldige an einem Tod gesucht. Das geschieht mit einem Blick in den Kopf der Hauptfigur. Aufgrund der Kürze der Erzählung für jeden an Geschichten Interessierten schnell zu konsumieren.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Instagram: linda.koenigliest:
Wolfgang Mühlberger lebt mit seiner Haushaltshilfe Galina aus Rumänien zusammen. Seine Frau Franziska ist vor einiger Zeit gestorben. Galina hat ihm bei der Pflege und dem Haushalt geholfen.
Ansonsten ist er allein. Lebt in Trauer und mit viel Ruhe und Alkohol in seiner Einsamkeit. Seine Tochter ist Anfang 20 und ausgezogen.
Direkt zu Beginn dieser kurzen Erzählung erfahre ich vom plötzlichen Tod seiner Tochter Nathalie. Die letzte Zeit lebte sie in einer Psychiatrie – der Grund Depressionen und Trauer wegen der Mutter. So glaubt Mühlberger.
Aber kennt er seine Tochter wirklich?
Er möchte mehr erfahren und wird aktiv. Bewegt sich, fragt nach und tritt in Kontakt mit den Menschen in Nathalies Umfeld.
Dieses Buch beginnt ruhig und erst wusste ich nicht so ganz worauf es hinausläuft. Wolfgang Mühlberger war mir zu passiv und seine Stimmung war für mich schwer auszuhalten.
Und so ruhig Mühlberger auch ist und so ruhig dieses Buch beginnt, wird in der Erzählung dann doch relativ schnell klar, das Mühlberger vom Tod seiner Frau und dem Schock den er nun erleidet gelähmt und ohne jeglicher Motivation ist.
Und dann beginnt er sich langsam zu bewegen, sein Freund und andere Menschen helfen ihm. Und ohne sich wirklich zu öffnen, findet er Hilfe und Antworten.
Die Erzählung verändert sich fast in einen Krimi, und es wird spannend und entwickelt einen Sog – und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.

Es geht zurück in die 80er in der DDR und alte Geschichten kommen hoch und alte Kontakte nehmen in Mühlbergers Leben wieder Raum ein.

Es ist eine kleine feine Erzählung, die mich gefesselt hat und sich sehr leicht lesen lässt. Viele Themen werden angesprochen, kurz angerissen und ich mache mir meine eigenen Gedanken dazu, da ich selbst in Ostberlin geboren bin und in den Achtzigern dort gelebt habe. Ich hab einen Bezug dazu und es hat sich für mich vertraut angefüllt.

„Er hatte diesen Kloß im Hals, den Stein in der Brust, und zu selten kamen ihm ein paar Tränen, die ihn erleichterten.
Mehr als Trauer verspürt er Wut. Doch auch die fand keinen Weg, der irgendwie gangbar, ja nützlich wäre.“ Seite 91

Danke an @literaturtest für dieses Buch

https://leselustich.com/2025/03/08/eva-forster-zorniger/.

Nach dem Tod seiner Frau vor einigen Jahren hat Wolfgang Mühlberger an vielen Dingen das Interesse verloren. Auch der Kontakt zu seiner Tochter Nathalie hat darunter gelitten. Als die psychiatrische Klinik, in die sie sich selbst eingewiesen hat, anruft und Mühlberg über Nathalies Tod informiert, bricht seine Welt vollends zusammen.

Wolfgang Mühlberger war nie besonders mutig. Aufgewachsen in der DDR hat er sich mit dem Regime irgendwie arrangiert, konnte studieren. Sehr zum Ärger seines damaligen Kommilitonen Joachim Zwanziger, dem wegen seiner Unangepasstheit vom Staat Steine in den Weg gelegt wurden. Aber das liegt lange zurück. Kontakt besteht nicht mehr.

Überhaupt hat sich Mühlberger sehr zurückgezogen, nachdem seine geliebte Frau an Krebs gestorben ist. Sie war das Zentrum der kleinen Familie. Iihrer einzigen Tochter Nathalie war sie eine liebevolle Mutter. ihrem Mann eine starke Partnerin. Nach ihrem Tod geriet das Familienleben aus den Fugen. Nathalie ist ausgezogen. Mühlberger blieb mit Galina, der Pflegerin seiner Frau, im Haus wohnen. Galina versorgt Haus und Garten, Mühlberger kümmert sich um seine Arbeit.

Dass es Nathalie nicht gut geht, weiß er. Auch dass sie zwischenzeitlich in der Psychiatrie ist. Sie hat sich selbst einweisen lassen. Aber er hat nicht die Kraft, sich intensiv um sie zu kümmern, was ihn selbst noch weiter runterzieht.

Erst als die Klinik ihn über Nathalies plötzlichen Tod informiert, rafft er sich auf. Er will wissen, was zu dieser plötzlichen Entwicklung geführt hat und steht unvermittelt vor den Scherben seiner Vergangenheit.

Und plötzlich holt dich die Vergangenheit ein

Eva Försters Erzählung Zorniger ist alles andere als Mainstream. Wer sich darauf einlässt, taucht tief in die Tragödie der Familie Mühlberger ein. Und erlebt, wie nachtragend und berechnend verletzter Stolz sein kann.

Zorniger von Eva Förster – ein Plädoyer dafür, mit der eigenen Vergangenheit rechtzeitig und umfassend aufzuräumen. Sonst rächt sie sich grausam.

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